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"And at the end of the day, your feet should be dirty, your hair messy and your eyes sparkling."

Herkunft unbekannt

partnachklamm

Manchmal muss man gar nicht so weit weg, um schöne neue Orte zu entdecken. Oft denke ich, wir kennen unsere eigene Umgebung wahrscheinlich weniger gut, als so manchen Urlaubsort, den wir vielleicht schon ein paar Mal besucht haben. Und manch ein Besucher hat schon mehr von Deutschland gesehen als die Menschen, die schon ihr ganzes Leben in diesem Land wohnen. Als ich jünger war, konnte ich mir nie vorstellen, warum Touristen nach Deutschland kommen würden- wir haben kaum Strände, es ist nicht sehr warm, landschaftlich naja, es gibt ein paar schöne Städte...aber wenn man einmal genauer hinschaut- und das tue ich jetzt- hat Deutschland doch sehr vieles zu bieten. Mag sein, dass das für diejenigen, die ihren Urlaub einfach nur im Hotel am Strand am Meer verbringen wollen nicht das Richtige ist, aber ein zweiter Blick lohnt sich!

 

Wir haben faszinierende Berglandschaften, erfrischende Seen, grüne Wiesen und bunte Wälder. Wir haben unterschiedlichste Städte wie Berlin und München, Hamburg und Köln- und jede hat ihren eigenen Charme. Wir haben Geschichte, Kultur und viel zu endtecken. Und wir haben auch Strände, oben im Norden an der Nord- und Ostsee und unten im Süden am Bodensee.


Wamberg mit St. Anna
Wamberg mit St. Anna
Das entlaufene Zicklein muss gefangen werden
Das entlaufene Zicklein muss gefangen werden
Blick auf Garmisch-Partenkirchen
Blick auf Garmisch-Partenkirchen
Hintergraseck
Hintergraseck
Partnach
Partnach
Partnachklamm
Partnachklamm

Gesagt getan- da das Wetter für vergangenen Samstag überraschend gut vorausgesagt war, entschied ich spontan, mit meinem Freund in der näheren Umgebung von München wandern zu gehen. Über die Gegend um Garmisch-Partenkirchen hatte ich schon viel gehört, aber noch nichts gesehen. Also ab da hin.

Mit dem Auto hat es von München eine gute Stunde gedauert, die Anbindung mit dem Zug sei aber wohl auch ganz gut. Wir entschieden uns für einen mittelschweren halbtägigen Rundweg über Wamberg, Graseck und die Partnachklamm, um uns langsam wieder an unsere Wanderschuhe und das Wandern zu gewöhnen. Auf der Website von Garmisch-Partenkirchen findet man allerdings auch viele andere interessante Touren, die allesamt sehr gut beschrieben sind.

 

Gestartet wird am Olympia Skistadion, das allein durch die Sprungschanzen schon sehr beeindruckend ist. Der Parkplatz dort ist kostenpflichtig, allerdings findet man auch relativ einfach ein kostenloses Plätzchen an irgendeinem Straßenrand- am Besten früh da sein.

 

Der Anstieg bis Wamberg- das mit St. Anna das höchstgelegene Kirchdorf Deutschlands ist- war anstrengender und steiler als erwartet und auch danach geht es bis zum Bergsattel Wamberg - Eckbauer nicht weniger steil weiter. Doch der Ausblick auf die noch schneebedeckten gigantischen Berge mit grünen Wäldern im Vordergrund belohnt alle Mühen.

In Wamberg selbst konnten wir uns einige Minuten an spielenden, sehr lebahften Zicklein erfreuen, die gerade erst einen Monat alt waren und von zwei Bauersleuten an den Sinn eines Elektrozauns gewöhnt wurden. Eines davon ist trotzdem ausgebrochen und wir haben es wieder eingefangen. Da hätte ich ewig zuschauen können!

 

Ab dem Bergsattel ging es dann aber mehr oder weniger  nur noch bergab, vorbei an grünen Wiesen, die mit leuchtend gelbem Löwenzahn gespickt waren und einem Bergpanorama der Extraklasse. Ein flacher Stein mitten auf der Wiese bot uns eine willkommene Sitzfläche für den Mittagsproviant.

 

Je näher man nun der Parntachklamm kommt, desto touristischer wird die Umgebeung und ein neues Welnessresort bietet den Anhaltspunkt für den Abstieg zur Partnach. Uns persönlich waren ab hier viel zu viele Menschen unterwegs, als dass man die berauschende Natur so richtig hätte genießen und aufsaugen können. Dennoch wollte ich gerne das Naturschauspiel sehen, bei dem sich die reißende türkisfarbene Partnach bis zu 80 Meter tief in den Fels eingegraben hat und so ihren Weg durch das Gestein nach draußen sucht.

Unser Weg führt, eingekerbt in die Felswand, an dem Fluss entlang durch dunkle Tunnel, die zur Seite hin immer wieder aufgebrochen sind um einen Blick auf das tosende Nass zu erhaschen, über Pfützen und unter tropfenden Decken entlang bis zum Ende der Schlucht.

 

Ich finde die Macht des Wassers immer wieder faszinierend und freue mich darüber, dieses Naturereignis gesehen zu haben, würde jedoch allen empfehlen, dort entweder unter der Woche oder in den frühen Morgenstunden hinzugehen um die Masse an Menschen zu vermeiden, die sich ab Mittags durch die engen Gänge schleust.

 

Um die Sicherheit des Weges entlang der Partnach dauerhaft zu gewährleisten wird am Eingang (von Garmisch aus kommend) eine Gebühr von 4€ pro Erwachsener erhoben.

 

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